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ARCHIV Weißer Zement sorgt für Farbe im Geschäft

baustoffmarkt 7/2003

Be.- Der seit Jahren rückläufige Zementverbrauch ist ein zuverlässiger Indikator für den schlechten Zustand der Baukonjunktur. In der bundesdeutschen Zementproduktion gibt es jedoch eine Ausnahme: Weisszement hat auch in schwierigen Zeiten eine relativ stabile Konjunktur.

Besuch im Verlagshaus des baustoffmarkt": Martin Möllmann (links), Geschäftsführer Dyckerhoff Weiss, im Gespräch mit Chefredakteur Wilfried Behr.

Über Einsatzmöglichkeiten und den Markt für den edlen Weisszement sprachen wir mit Martin Möllmann, Geschäftsführer Dyckerhoff Weiss. In der Bundesrepublik steht Dyckerhoff Weiss für das Produkt schlechthin. Seit 1931 wird er von Dyckerhoff hergestellt. Natürlich ist auch der Weisszement, wie viele andere Markenbaustoffe, immer mehr dem internationalen Wettbewerb ausgesetzt - auch andere Hersteller suchen Chancen auf dem deutschen Markt.

Weisszement ist im Vergleich zu seinen grauen Mitstreitern deutlich stabiler und die Absatzschwankungen sind bei weitem nicht denen des Grauzementmarktes vergleichbar. "Es ist halbwegs gelungen, die Entwicklung vom allgemeinen Zementmarkt, der bekanntlich stark vom Transportbetonmarkt abhängt, abzukoppeln", stellt Martin Möllmann im Gespräch mit der Redaktion fest.

Was ist Weisszement eigentlich? Es handelt sich dabei um Normenzemente nach CEM 1 42,5 R und CEM 1 52,5. Weisszement enthält die gleichen festigkeitsbildenden Klinkerphasen wie grauer Portlandzement. Das wesentliche Merkmal, die weiße Farbe, entsteht im wesentlichen aufgrund natürlicher und sorgfältiger Rohstoffauswahl. Dabei spielt neben der Verwendung von hellem Kalkstein und Kaolin als Tonkomponente die Abkühlung des glühenden Zementklinkers eine wichtige Rolle. Durch ein spezielles Verfahren wird die Oxydation von Eisenoxyden reduziert, die beim Grauzement die Färbung maßgeblich bewirken. Bei der anschließenden Mahlung der Klinker werden hoch legierte Stahlkugeln und Panzerungen verwendet, um Verfärbungen auszuschließen. Ansonsten hat Weissezement im Vergleich zu den grauen Portlandzementen identische Eigenschaften in bezug auf Festigkeiten, Beständigkeit, Verarbeitung, Schwinden etc.

Unter der Marke Dyckerhoff Weiss werden fünf verschieden Weisszemente für alte Anwendungen angeboten. Die Hauptanwendungsgebiete: weiße und farbige Fertigteil-Fassaden, weißer und farbiger Edelputz, Bodenbeläge für innen und außen, Pflastersteine, Mauersteine, weiße und farbige Mörtel und Ortbetone. Der Weisszementabsatz verteilt sich zu je einem Drittel auf die Bereiche Bauchemie, Betonwaren und Fertigteile. Verarbeiter sind in erster Linie mittelständische Produzenten. Lieferungen werden - bis auf wenige Ausnahmen - über den Baustoff-Fachhandel abgerechnet, d.h. der Fachhandel verfügt hier über ein relativ stabiles Geschäft.

Einhergehend mit der Flaute im Baumarkt sowie Veränderungen im Dyckerhoff-Konzern insgesamt wurde auch das Weisszement-Business neu aufgestellt. So werden seit April Zement und Beton gemeinsam gemanagt. Der Bereich Weisszement wird dabei herausgelöst und verselbständigt.

Marketing und Vertrieb bilden eine eigenständige Sparte in Wiesbaden. Der Vertrieb erfolgt in drei Verkaufsgebieten. Der Norden und Osten der Republik wurden zu einem neuen VK-Gebiet Nord-Ost zusammengefasst. Der Süden und Westen wurden ebenfalls neu geordnet.

Service spielt im Weisszement-Geschäft die entscheidende Rolle: "Wir sind praktisch die verlängerte Werkbank unserer Kunden", resümiert Martin Möllmann. Das bedeutet: Auch in der Entwicklung von neuen Produkten für die Kunden und in der Gütesicherung werden Vorleistungen erbracht. Hier steht auch das Wilhelm-Dyckerhoff-Institut partnerschaftlich zur Seite. Als aktuelles Beispiel nannte Martin Möllmann "Dyckerhoff Flowstone", ein Bindemittelsystem, das neue Chancen für Betonwerkstein, Terrazzo und Fertigteile eröffnet. Betone auf Flowstone-Basis zeichnen sich neben der feinen Oberfläche insbesondere durch deutlich erhöhte Biegezugfestigkeiten und Druckfestigkeiten aus. Dazu kommen hohe Dichtigkeit, Beständigkeit (Frost-Tausalz-Widerstand) und hohe Abriebfestigkeit. Aufgrund dieser Eigenschaften eignet sich Flowstone insbesondere zur Herstellung von dünnwandigen Betonwerksteinen (verringerte Plattendicke) und filigranen Betonfertigteilen.

Ein weiteres wichtiges Thema in der Servicepalette ist die Information von Planern und Verarbeitern. Rund 95% aller Schäden bei Betonwerksteinflächen sind auf Planungs- und Verarbeitungsfehler zurückzuführen. Mit den "Dyckerhoff-Weiss-Tagungen" (wir hatten berichtet) leistet man Hilfestellung zur Fehlervermeidung.

Fazit: Weisszement sorgt für farbige Tupfer im ansonsten grauen Zementgeschäft.


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